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Der blaue Spätburgunder, auch Pinot Noir genannt, verkörpert unter den Rotweinen das, was der Riesling für die Weißweine ist: Die Spitze. Die Heimat des Spätburgunders liegt sicherlich im Burgund, wo der Anbau dieser Sorte seit dem 14. Jahrhundert dokumentiert ist. Den Hauptanteil der Spätburgunder Anbaufläche in Deutschland findet man in Baden und dort hauptsächlich am Kaiserstuhl und in der Ortenau.
Der typische Spätburgunder hat einen leicht süßlichen Duft nach roten Früchten von der Erdbeere über Kirsche und Brombeere bis zu schwarzen Johannisbeere. Dieses Aroma wird auch als Burgunderton bezeichnet. Die Farbe ist tiefrot. Der gehaltvolle Spätburgunder hat eine weiche, samtige, feine Gerbsäureausprägung.

Die edle und sehr alte rote Sorte, so vollendet harmonisch sie sich im Glas auch zeigen mag, ist eine der schwierigsten und unberechenbarsten Rebsorte für den Winzer. Sie verlangt viel Sorgfalt und stellt hohe Ansprüche an Klima und Boden. Kalkige Lagen und warmes, aber nicht zu heißes Klima mag sie besonders. Dann läuft sie zur Hochform auf und lohnt die Mühe mit den schönsten Rotweinen der Welt.